(Rezension) Capus, Alex – Das Leben ist gut

Max lebt mir seiner Frau Tina und seinen drei Söhnen in einem kleinen Ort in der Schweiz. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich hauptsächlich als Schriftsteller, aber seine Bar „Sevilla“ liegt ihm sehr an Herzen, deshalb liebt er es dort seine normalen Tage zu verbringen. Die tägliche Routine gefällt ihm und vor allem seine Gäste bereichern seinen Alltag.
Als seine Frau aus beruflichen Gründen für längere Zeit ins Ausland muss, gibt ihm die Bar und da die körperliche Arbeit, seine Gäste und seine Freunde Halt in der ungewohnten Situation. Er erzählt liebevolle Geschichten, die sich in all den Jahren ereignet haben und er spinnt unruhige Gedanken zu neuen interessanten Stories weiter.
Immer wieder stellt er sich seine Frau in der fremden Stadt vor. Er weiß, dass sie auch mit anderen Männern zusammen arbeiten wird, die ihm auf keinen Fall das Wasser reichen können und vor allem werden diese Halunken niemals in ihrem Hotelzimmer die Glühbirnen wechseln.


Wie hat es mir gefallen:
Seit ich den Autor vor einigen Jahren bei einer Lesung kennen lernen durfte, bin ich ein Fan. Er liegt nicht nur an seiner amüsanten Art und Weise zu lesen und zu erzählen, sondern vor allem an seinen wundervollen Geschichten. „Leon und Louise“ zähle ich zu meinen Lieblingsbüchern.
In seinem aktuellen Buch bleibt er seinem Erzählstil treu. Dieses Mal legt er sehr viel Augenmerk auf das Dorf und seine Einwohner mit all den Eigenheiten, seltsamen Ticks und deren Vergangenheit. Diese Menschen erscheinen schrullig, eigensinnig und manches Schicksal hat mich traurig gemacht. Max dagegen erkennt in seinem Leben das Wichtige. Besonders die Erinnerungen an seine Frau lassen ihn dankbar sein, dass sein Leben so verlaufen ist.
Natürlich legt der Autor sein Hauptaugenmerk auf seine Mitmenschen, die Geschichte punktet auch mit lokaler Zeitgeschichte. Ungewöhnliche Decken, versteckte Eichen-Parkett-Böden und ausgestopfte Tiere: Dinge, die sonst recht selten im Mittelpunkt stehen, bekommen hier einen wichtigen Stellenwert.
Eine wundervoll locker leichte Geschichte, die vielleicht oder vielleicht auch nicht (laut Herrn Capus) teilweise autobiographisch ist. Manchen Lesern mag das Buch zu wenig Handlung aufweisen, das kann ich nicht von der Hand weisen. Es ist ein kurzer Einblick in ein recht normales Leben, welches eigentlich jeder von uns führt. Aber darin besteht der Reiz des Buches. Keine Dramen, keine Highlights nur das Leben selbst und das Leben ist gut.

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